Friday, November 4, 2011

Werden Gebete erhört?

Werden Gebete erhört?

Von Bruder Layth (e-mail: laytth at hotmail.com)

Wie oft hast du Gott um etwas gebeten?

Hat Gott dein Gebet jedes Mal beantwortet?

„Und wenn dich Meine Diener über Mich befragen, so bin Ich nahe; Ich höre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich ruft. Deshalb sollen sie auf Mich hören und an Mich glauben. Vielleicht werden sie den rechten Weg einschlagen." (2:186)

Wie kann dies sein! Wenn Gott uns in Seinem heiligen Buch sagt, dass Er Gebete beantwortet... warum beachtet er dann meines nicht!?

Wenn Gott uns hört, warum antwortet Er nicht?

Ist das, weil ich schlecht bin?

Oder ist das, weil ich nicht so bete, wie Er es möchte, oder nicht so faste, wie Er es uns gesagt hat, oder nicht alle Gebote einhalte, die Er gesandt hat?

Wir machen uns kaputt, wenn wir herausfinden wollen, wo die Fehler liegen und weshalb wir nicht erhört werden...

Aber erhört Gott uns wirklich nicht? Können die Worte unseres Herrn „unwahr" sein?

„Die Verheissung Gottes - Gott bricht Seine Verheissung nicht; allein die meisten Menschen wissen es nicht." (30:6)

Wir wollen dieses Thema untersuchen und Gottes eigene Worte als Leitschnur nehmen:

„Wahrlich, dieser Quran leitet zum wirklich Richtigen und bringt den Gläubigen, die gute Taten verrichten, die frohe Botschaft, auf dass ihnen grosser Lohn zuteil werde." (17:9)

1. Können wir Gott um „weltliche Dinge" bitten?

Dies ist wirklich die grosse Preisfrage! Viele Menschen haben sich davon überzeugen lassen, dass Gott alle Gebete hört, dass die Belohnungen aber erst im nächsten Leben erreicht werden - nicht in diesem irdischen.

Wir wollen sehen, ob dies wahr ist:

„Er sagte: O mein Herr, vergib mir und gewähre mir ein Königreich, wie es keinem nach mir geziemt; wahrlich, du bist der Gabenverleiher." - Darauf machten Wir ihm den Wind dienstbar, auf dass er auf sein Geheiss hin sanft wehte, wohin er wollte." (38:35-36)

Scheinbar wurde Solomons Bitte um ein allein „weltliches" Königreich beantwortet!

„...Sooft Zacharias zu ihr in den Tempel hineintrat, fand er Speise bei ihr. Da sagte er: „O Maria, woher kommt dir dies zu?" Sie sagte: „Es ist von Gott; siehe, Gott versorgt unbegrenzt, wen Er will." (3:37)

Hier sehen wir, wie Gott Maria mit „irdischer" Nahrung versorgt.

„Dort rief Zacharias seinen Herrn an und sagte: „Mein Herr, gib mir als Geschenk von Dir gute Nachkommenschaft, wahrlich, Du bist Der Erhörer des Gebets." - Und da riefen ihm die Engel zu, während er zum Gebet in dem Tempel stand: „Siehe, Gott verheisst dir Johannes, den Bestätiger eines Wortes von Gott, einen Vornehmen, einen Asketen und Propheten, einen von den Rechtschaffenen." (3:38-39)

Und Zacharias bitttet um einen „irdischen" Sohn!

Da wir nun gesehen haben, dass man wahrlich um weltliche Dinge bitten kann, wollen wir sehen, um was wir sonst noch bitten können.

2. Können wir Gott um Dinge im Jenseits bitten?

„Und Gott legt denen, die glauben, das Beispiel von Pharaos Frau vor, als sie sagte: „Mein Herr! Baue mir ein Haus bei Dir im Paradies und befreie mich von Pharao und seinen Taten und befreie mich von dem Volk der Ungerechten!" (66.11)

Pharaos Frau ersucht um eine „himmlische" Belohnung von Gott.

„Mein Herr, vergib mir und meinen Eltern und dem, der mein Haus gläubig betritt, und den gläubigen Männern und den gläubigen Frauen; und stürze die Ungerechten aber um so tiefer ins Verderben." (71:28)

Noah ersucht um „Vergebung" vom Herrn (eine himmlische Belohnung).

„Und wer Böses tut oder sich gegen sich selbst vergeht und dann Gott um Vergebung bittet, der findet Gott Allvergebend, Barmherzig." (4:110)

Gottes Vergebung ist (natürlich) Himmlisch!

Also können wir sowohl um Dinge in diesem Leben als auch im Jenseits bitteen!

Wenn also der Quran die beiden obigen Tatsachen bestätigt, warum werden unsere Gebete dann nicht beantwortet!

Vorbedingungen: Der Quran sagt uns, dass Gott die Gebete beantwortet, die Ihn „unter bestimmten Bedingungen" anrufen:

Bedingung 1: Gott Allein wird angerufen.

„Und wenn euch auf dem Meer ein Unheil trifft: entschwunden sind euch jene Götzen, die ihr an Seiner Statt angerufen habt. Hat Er euch aber ans Land gerettet, dann kehrt ihr euch ab; denn der Mensch ist undankbar." (17:66)

„Und wenn sie ein Schiff besteigen,dann rufen sie Gott an - aus reinem Glauben heraus. Bringt Er sie dann aber heil ans Land, siehe, dann kehren sie sich ab." (29:65)

„Und wenn Wogen sie gleich Hüllen bedecken, dann rufen sie Gott in lauterem Glauben an; doch rettet Er sie dann ans Land, so sind es einige von ihnen, die einen gemässigten Standpunkt vertreten. Und niemand leugnet Unser Zeichen, ausser allen Treulosen, Undankbaren." (31:32)

„Wer antwortet denn dem Bedrängten, wenn er Ihn anruft, und nimmt das Uebel hinweg und macht euch zu Nachfolgern auf Erden? Existiert wohl ein Gott neben Gott? Geringfügig ist das, was ihr bedenkt." (27:62)

Diese Bedingung ist allgemeiner Natur, für die Leute, die Ihn Allein von Zeit zu Zeit anrufen, vor allem, wenn sie in grosser Verzweiflung sind...

Viele Menschen, die an „spezielle Fähigkeiten" von Jesus, Muhammad, den Heiligen, den Gelehrten usw. glauben, gehen durchs Leben, ohne dass Gott ihre Gebete oder Bedürfnisse beantwortet (jedoch zeigt Gott jeddem Menschen den Weg - auf dass der, der will, glaubt, und der, der will, ablehnt).

Jedoch richten sich die gleichen Menschen in extremen Situationen aus vollem Herzen unwissentlich und unwillkürlich an Gott Allein, dass Er sie rette oder ihnen helfe. Sobald die Krise allerdings vorbei ist, kehren sie dazu zurück, Idole im Herzen zu tragen, und vergessen, dass Er Allein es war, Der sie gerettet hat (29:65).

Bedingung 1 macht klar, weshalb die meisten von uns durchs Leben gehen, ohne dass Gott unsere Rufe und Gebete erhört... Wir alle haben viel „Idole" in unserem Herzen (Geld, Kinder, Ego, Macht, Propheten, Heilige, Weise, usw.), die es uns unmöglich machen, dass Gott unser Gebet erhört. Selbst die Propheten erhielten keine Antwort, wenn sie etwas „anderes" zwischen sich und Gott kommen liessen:

„Und Du-n-Nun (Jonas), als er im Zorn wegging und meinte, dass Wir keine Macht über ihn hätten. Doch dann rief er in der dichten Finsternis: „Es ist kein Gott ausser Dir. Gepriesen bist Du! Ich bin wahrlich einer der Ungerechten gewesen." - Da erhörten Wir ihn und retteten ihn aus seiner Bedrängnis; und genauso retten Wir die Gläubigen." (21:87-88)

Bedingung 2: Man folgt nur Gott Allein.

Will man wissen, wie die Gebete immer beantwortet werden (nicht nur in Zeiten der Not), so ist das Geheimnis, das Leben zu leben, das dem Weg von Gott Allein folgt:

„Wahrlich, diejenigen, die sagen: „Unser Herr ist Gott", und die sich dann *aufrichtig verhalten - zu ihnen steigen die Engel nieder: „Fürchtet euch nicht und seid nicht traurig, und erfreut euch des Paradieses, das euch verheissen wurde. - Wir sind eure Beschützer im irdischen Leben und im Jenseits. In ihm werdet ihr alles haben, was ihr euch wünscht, und in ihm werdet ihr alles haben, wonach ihr verlangt." (41:30-31)

*Der gerade Weg (Siraat Mustaqiim) wird in den Versen 6:151-153 erwähnt.

Wir sehen also, dass viele Menschen sagen und glauben, dass „Gott der Herr" ist - und doch bleiben ihre Gebete unerhört.

Viele Menschen führen ein gottesfürchtiges Leben - und doch bleiben ihre Gebete unerhört.

Nur wenn diese zwei Elemente zusammengeführt werden, kann die „Spezialformel" wirken, die Gebete beantwortet werden lässt.

Die Engel werden diesen Menschen als Verbündete zugesellt, und sie tragen die Verantwortung (von Gott), dass die Bedürfnisse und die Wünsche dieser Menschen (in diesem weltlichen Leben) erfüllt werden.

Diese zwei Bedingungen werden in den nächsten Versen noch betont:

„Und wer ist besser in der Rede als einer, der zu Gott ruft und Gutes tut und sagt: „Ich bin einer der Gottergebenen." (41:33)

Also wird ein Gottergebener durch diese zwei Beschreibungen definiert (glaubt an Gott und tut gute Taten).

Bedingung 2: Damit unsere Gebete erhört werden, müssen wir Gottergebene sein (an Gott glauben und ein gottesfürchtiges Leben führen).

Ein Gottergebener zu sein, ist auch der beste Weg, um ins Paradies zu gelangen:

„Wahrlich, die da sagen: „Unser Herr ist Gott" und danach aufrichtig bleiben - keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie traurig sein; - diese sind die Bewohner des Paradieses; darin sollen sie auf ewig verweilen, als Belohnung für das, was sie zu tun pflegten." (46:13-14)

Bedingung 3: Was wir erbitten, ist, was wir erhalten.

Wenn wir zu Gott reden, bitten wir um viele Dinge, und wir werden darüber nachdenken, was wir sagen und ob wir dieses oder jenes wollen. Gott antwortet nicht auf unsere „Worte", sondern Er antwortet auf das, was „aus dem Herzen heraus" erbeten wird.

Erinnern wir uns noch daran, was den Engeln unter Bedingung 2 aufgetragen wurde?

„Wir sind eure Beschützer im irdischen Leben und im jenseits. In ihm werdet ihr alles haben, was ihr euch wünscht (tashtahuun), und in ihm werdet ihr alles haben, wonach ihr verlangt." (41:31)

Der Vers macht klar, dass das, was wir „wünschen", Vorrang vor dem hat, worum wir „bitten".

Wenn wir also ein „neues Haus" erbitten, uns in Wirklichkeit jedoch ein Kind wünschen... sollten wir uns nicht aufregen, wenn uns ein Kind und kein Haus gegeben wird.

Bedingung 4: Uns wird nur gegeben, was gut für uns ist.

Auch wenn wir aufrichtig um manche Dinge gebeten haben (z.B. einen Stellenwechsel), beantwortet Gott unser Gebet vielleicht nicht, weil es uns mehr schaden als nützen würde.

Gott gibt uns nur das, was besser ist, nicht das, was schlechter wäre (in Seiner unendlichen Güte der Menschheit gegenüber).

„Zu kämpfen ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist. Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Gott weiss es, doch ihr wisst es nicht." (2:216)

Wenn ein Kind seine Eltern um eine Schlange bittet, können die Eltern diesen Wunsch aus Liebe zum Kind nicht erfüllen. Der Herr ist gnädiger und liebender, als es irgendein menschliches Wesen jemals sein könnte, deshalb werden uns nur die guten Dinge gegeben (auch wenn wir dies nicht sehen mögen).

„Sprich: „Besässet ihr die Schätze der Barmherzigkeit meines Herrn, wahrlich, ihr würdet (sie) aus Furcht vor dem Ausgeben (für) euch zurückbehalten; denn der Mensch ist geizig." (17:100)

Bedingung 5: Geduld wird beohnt.

Da wir nun verstanden haben, wie unsere Gebete erhört werden, müssen wir auch begreifen, dass Gott dann antwortet, wenn Er es für angemessen hält:

„Er wird nicht befragt nach dem, was Er tut; sie aber werden befragt." (21:23)

Der Herr ist unser Schöpfer, Gott und Meister. Er würde nie etwas tun, was uns schadet oder Seinen Dienern Schmerz oder Leiden auferlegt. Also müssen wir Gott erlauben, unsere Gebete auf die Art zu beantworten, die Er als die beste ansieht, und nicht auf unsere selbstsüchtige Art, die mehr schaden als nutzen könnte.

„Da sagte Moses zu seinem Volk: „Fleht Gott um Hilfe an und seid geduldig. Wahrlich, die Erde ist Gottes; Er vererbt sie unter Seinen Dienern, wem Er will, und der Ausgang (aller Dinge) ist für die Gottesfürchtigen." (7:128)

„Und wenn Wir ihm nach einer Drangsal, die ihn getroffen hat, eine Gabe bescheren, sagt er sicherlich: „Das Uebel ist von mir gewichen." Siehe, er ist frohlockend und prahlend. - Ausgenommen sind diejenigen, die geduldig sind und gute Werke tun. Ihnen wird Vergebung und ein grosser Lohn zuteil sein." (11:10-11)

„Ich habe sie heute belohnt; denn sie waren geduldig. Wahrlich, sie sind es, die den Sieg erreicht haben." (23:111)

„Auch vor dir schickten Wir keine Gesandten, ohne dass sie Speise assen oder auf den Märkten umhergingen. Und Wir machten die einen unter euch zur Prüfung für die anderen. Wollt ihr also geduldig sein? Und dein Herr ist Allsehend." (25:20)

Ein Gottergebener fragt nicht ständig „weshalb wurde dieses oder jenes Gebet nicht erhört?" oder „weshalb geschieht mir dieses Schlechte, wo ich doch ein guter Mensch bin?" usw., sondern er versucht stattdessen zu erkennen, wie Gott jederzeit antwortet und ihm gibt und wie Er es niemals versäumt, Gebete auf eine viel bessere Weise zu erhören, als wir es uns wünschen könnten.

Bedingung 6: Wir gedenken Gottes Allein.

Wenn wir erst einmal Gott um Hilfe oder um irgendetwas gebeten haben, dürfen wir Ihm nicht den Rücken zudrehen und erwarten, dass Er immer noch da sein wird, um uns zu helfen.

„Und er (Joseph) sagte zu dem von den beiden, von dem er glaubte, er würde gerettet werden: „Erwähne mich bei deinem Herrn." Doch Satan liess ihn vergessen, es bei seinem Herrn zu erwähnen, so blieb er noch einige Jahre im Gefängnis." (12:42)

In dieser Geschichte von Joseph sehen wir, wie ein gottesfürchtiger Mann, ein Gesandter, noch Jahre im Gefängnis verbrachte, weil er sich nicht daran erinnerte, „Gott Allein" anzurufen!

Behalten wir Gott in unserem Herzen und in unserem Gedächtnis - ohne Ihn sind wir alle gar nichts!

Warnung!

Obwohl das Obenstehende uns sagt, wie unsere Gebet erhört werden, sollten wir Gottes Ratschlag beherzigen, der uns sagt: ...Und unter den Menschen sind welche, die sagen: „Unser Herr, gib uns in dieser Welt." Doch sie haben nicht im Jenseits Anteil." (2:200)

Wir sollten uns nicht von „nur dieser Welt" zum Narren halten lassen - denn sie ist nur eine Illusion.

„Das Leben in dieser Welt ist wahrlich nichts als ein Spiel und Vergnügen. Und wahrlich, die Wohnstätte des Jenseits ist für jene besser, die gottesfürchtig sind. Wollt ihr denn nicht begreifen?" (6:32)

„Wer den Lohn dieser Welt begehrt - so ist der Lohn dieser und jener Welt bei Gott; und Gott ist Allhörend, Allsehend." (4:134)

Unsere Gebete sollten folgendes anstreben: Und unter ihnen sind manche, die sagen: „Unser Herr, gib uns in dieser Welt Gutes und im jenseits Gutes und verschone uns vor der Strafe des Feuers!" - Diesen wird ein Anteil von dem (gewährt), was sie erworben haben; und Gott ist schnell im Abrechnen." (2:201-202)

Es ist kein Verbrechen, begierig sowohl auf diese als auch auf die nächste Welt zu sein, solange der, den man darum bittet, Gott Allein ist!

Schlussfolgerung:

Nachdem wir gezeigt haben, wie Gottes System funktioniert, sollten wir uns fragen: „Werden all unsere Gebete erhört?"

Ist die Antwort „nein", dann müssen wir zwei Elemente in unserem Leben untersuchen: Glauben wir an „Gott Allein" (keine Macht und kein Platz für irgendetwas oder irgendjemanden sonst)? Führen wir ein rechtschaffenes Leben (wie es durch den „Geraden Weg" 6:151-153 erklärt wird)?

entnommen aus
http://web.archive.org/web/20060807010351/http://www.free-minds.org/german1.htm

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